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 |  |  |  |  |  |  |  |  | |  | | | von Karl Iten aus Basel | | | | Travel 2005, Reisen 2005, Kreuzfahrten 2005, Frühbucher 2005, Frühbucherra batt 2005, Frühbucherra batte 2005, Frühbucherpr eise 2005, Bali 2005, Frankreich 2005, Myanmar 2005, Bahamas
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 | Seit einem Jahr hat er die Pilgerreise nach Jerusalem geplant; |
| |  | Vorbereitungen, die jemand machen muss, der ganz alleine auf einem 9 Jahre alten Kettler City Bike und leichtem Gepäck, T-Shirt, Blockflöte... vom Brunnen des |
 | St. Paulus in Tarsus in der Südosttürkei,über Damaskus in Syrien und Amman in Jordanien nach Jerusalem zur Grabeskirche Jesu radeln möchte. Die besorgte Familie erlegt dem gläubigen Christen
ein Handy auf. Man will den Kontakt nicht verlieren in diesen Kriegszeiten. |
 | Am 23. April besteigt Franz-Josef von der Hocht in Düsseldorf das Flugzeug und landet über Istanbul kommend in Adana. Es liegen über 1.300 km Ungewissheit vor ihm. |
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 |  | | “Ich hatte Begegnungen mit Menschen, wie man es sich nicht vorstellen kann.” |
 | Nach einem Umweg von
Adana zum Brunnen des heiligen Paulus in Tarsus macht er sich auf den langen Pilgerweg. Staubig, beschwerlich, einsam und nicht ungefährlich ist die Fahrt, auf einer Strecke, auf der Lkws und klapprige Pkws dicht an ihm vorbei rasen. Aber die Rücksicht der Orientalen auf Schwächere schützt ihn. |
|  |  | | In seinem Gepäck trägt Franz-Josef von der Hocht ein Schreiben der islamischen Gemeinde seiner Heimatstadt auf Arabisch, das ihn als Pilgerer nach Jerusalem ausweist. Man bittet, dem frommen Mann Unterstützung zu gewähren. Selbstverständlich wird dem christlichen Pilgerer geholfen. Er schläft unterwegs genauso auf dem Gelände
von Moscheen, wie er die Gastlichkeit der Christlichen Niederlassungen genießt. |
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 | Was dem Deutschen nachhaltig in Erinnerung bleibt, ist der Schmutz. Nicht der Staub alleine, der in
einer wasserarmen Weltgegend wohl selbstverständlich ist, nein, Franz-Josef von der Hocht meint das mangelnde Bewusstsein der Menschen, ihre Umwelt von Unrat, vor der Verunstaltung durch Zivilisationsmüll und auch vor dem Verfall durch Umwelteinflüsse zu schützen. Malermeister haben wohl einen Blick dafür. |
 | Stundenlang muss Franz-Josef von der Hocht sein Fahrrad an Bergstrecken schieben, wird ab und zu von Reitern auf Eseln überholt. An einem Tag nur 36 Kilometer, an einem anderen Tag sind es dann glückliche 126 Kilometer, mit Rückenwind, bei 36 Grad. Trotzdem, Asphalt hört einfach
auf, verwandelt sich in endlose Schotterpisten. Niemals begegnet er einem Fahrrad. Als er seinen einzigen Platten hat, kurz vor Damaskus, bringt ihn und sein Fahrrad ein Taxi zu einer Werkstatt. Dort gibt es tatsächlich auch ein paar Fahrräder. Fachmännisch wird der Reserveschlauch |
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 | eingebaut; den geflickten alten Schlauch gibt man als Reserve dazu. Eine |
 | Bezahlung lehnen die freundlichen Mechaniker ab. Gute Fahrt! |
|  |  | | Auf
der Etappe Damaskus-jordanische Grenze findet der Pilgerer Unterschlupf in einer Baubaracke. 6 syrische Arbeiter und ein russischer Ingenieur. Der Einladung zu duftenden Bratkartoffeln kann der Pilgerer nicht widerstehen, dem angebotenen Wodka schon. Zum Dank, am nächsten Morgen bekommen alle Gastgeber ein kurzes |
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 | Ständchen auf der Blockflöte. Dem Küchenjungen spielt Franz-Josef von der Hocht “Hänschen klein” vor. Dem Jungen kommen vor Dankbarkeit die Tränen. |
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In Al Fagra, Jordanien schläft der Reisende nach Jerusalem im Lehrerzimmer einer christlichen Schule. Tagsüber in der Mittagshitze ist es mal das Wachzimmer einer Militärstation, oder ein schattiger Platz in der weltberühmten “blauen Moschee” in Amman. Mit tiefem Respekt und auch etwas wehmütig im Hinblick auf den fortschreitenden Unglauben im christlichen Kulturkreis erinnert sich der
praktizierende Katholik an die Kultur im Islam: “Da ist Ruhe; eine Moschee im Islam ist eine Stadt für sich, und die Menschen sind tief gläubig. Fünf mal beten alle gemeinschaftlich 15 Minuten und dann gehen sie wieder ihrer Wege.” |
 | Für den Weg durch die Wüste sind 5 Liter Wasser mindestens nötig. Morgens geht es nüchtern los. Aus der Literatur weiß der Deutsche, dass man unbedingt gesund bleiben muss. Nur nicht den Magen verderben. Die Wüstenstrecken fordern von ihm das |
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 | Letzte. "Du bist als Wesen alleine, kein Grün, kein Vogel, kein Schmetterling, nur diese Sonne über dir. Wenn Du die schnurgrade Straße zurückschaust, kannst du nicht erkennen, wo du her kommst, schaust du nach Vorne, siehst du dein Ziel nicht." Zwischendurch braucht man
als Europäer etwas Kultur. Eine Dusche, ein frisch bezogenes Bett. |
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Im 5 Sterne Interconti von Amman drückt Franz-Josef von der Hocht dem livrierten Portier sein Fahrrad in die Hand und marschiert verstaubt und
verschwitzt, wie er ist durch das Foyer. Nach kurzem Gespräch bekommt er sein Zimmer für 50 Dollar. “Ich habe nirgendwo mehr, als 50 Dollar bezahlt. Egal wo”, sagt der Deutsche. Für den Orient ist diese Form des Geschäfts natürlich selbstverständlich. |
 | In Jordanien, weit vor der Grenze wird Franz-Josef von der Hocht mit seinem Fahrrad und anderen Passagieren in einen Bus verfrachtet, der dann kilometerweit durch Niemandsland fährt. Das Erste, was nach der langen Fahrt durch trockene und staubige Einöde auffällt, ist ein Grüngürtel mit
Bäumen und blühenden Blumen. Israels Grenzbefestigung. Egal, von welchem Nachbarland man über den hohen Zaun nach Israel - oder Palästina - schaut, immer sehen die Nachbarn üppiges Grün. Wasser scheint keine Rolle zu spielen! |
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 | In Jerusalem wird er, der Freude empfindet, endlich am Ziel zu sein mit “Einsamkeit, Trauer und Trostlosigkeit” konfrontiert. Während seines 5-tägigen Aufenthalts an den heiligen Stätten des orthodoxen Christentums, des Judentums, des Islam und des Latinum, wie die katholischen und evangelischen Christen heißen wird ihm der Hass
zwischen Juden und Palästinensern deutlich bewusst. |
 | Neben Gebeten an den Stätten seines Glaubens sitzt er mit Palästinensern zusammen, genießt deren schlichte Freundlichkeit. Und er besucht
die Gedenkstätte des Holocaust. 6 Kerzen brennen. Eine für jede Millionen der 6 Millionen Opfer. Spiegel potenzieren das Licht der Kerzenflammen in die Unendlichkeit. Es ist hell und dunkel zugleich in dieser Unbegreiflichkeit. Ununterbrochen werden die Namen der Opfer verlesen. Draußen, wieder im warmen Licht der Sonne, spricht Franz-Josef von der Hocht ein Gebet für den Frieden. |
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|  |  | | Am Morgen seiner Abreise, am 15. Mai um 7 Uhr wird er von einer Explosion aus dem Schlaf gerissen. Ein palästinensischer Selbstmordattentäter hat sich wenige Straßen weiter in einem Linienbus in die Luft gesprengt und unschuldige Opfer in den Tod gerissen. Viele sind Zeit ihres Lebens verletzt, verstümmelt. |
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