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von Karl Iten
aus Basel

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Der Jadebuddha von Myanmar

Download Roman von Wolfgang Hoffmann

Viele Fragen ranken sich um dieses Land. Es werden viele falsche Antworten auf Fragen gegeben, vieles wird in den Medien falsch erklärt.

Roman über Myanmar bzw. Burma

So ist es z.B. gar kein Problem, obwohl sich die UN damit schwer tut, das Land Myanmar zu nennen. 1989/90 nach der Niederschlagung des ersten Aufstands zur Demokratisierung des Landes hieß das Land bereits “Myanmar”:
Es ist der älteste Name dieses Landstrichs zwischen Indien, Bangladesch, China, Thailand, Laos und dem Golf von Bengalen, den erst die Kolonialmacht Groß Britannien BURMA genannt hat; “byrma” im Englischen ausgesprochen nannten die Deutschen es eben BIRMA.
Nach der größten der über 120 im Land beheimateten Bevölkerungsgruppen, den MYANMA hörten die Briten aus der einheimischen Aussprache BURMA heraus und nannten das Land fortan so.
Die Schrift, die aus dem Pali stammt - oder Sanskrit als gesprochenes Vedish, ließ sowieso keine lautsprachliche Transformation zu. Der damalige Juntachef General Ne Win hatte 1989 nach dem

niedergeschlagenen Aufstand der Bevölkerung gegenüber den Vereinten Nationen lediglich nachgeholt, was das Recht der Bevölkerung war, Myanmar auch Myanmar zu nennen.
Ähnliche Rechte machten im übrigen nach der Erlangung ihrer Unabhängigkeit auch andere Länder der Erde geltend.

Allerdings ist die das keine Begründung und noch viel weniger eine Entschuldigung für die jetzigen Vorgänge, für die Jahrzehnte lange, diktatorische Unterdrückung Myanmars, für die Inhaftierung von Aung San Suu Kyi ,der frei gewählten Staatspräsidentin und Nobelpreisträgerin des Landes  und für die fortgesetzten Menschenrechtsverletzungen der Militärdiktatur!

Wie es 1989 gewesen ist, wie das Land selbst und deren Menschen sind, wie die Jahrtausende alte Geschichte der ältesten buddhistischen Kultur ist und wie es zu den derzeitigen Aufständen kommen konnte, das ist Thema des Romans Der Jadebuddha von Myanmar.
Auf 396 Seiten spiegeln sich die derzeitigen Ereignisse, die 1989 im Verborgenen geblieben sind, weil keine Nachrichten nach Außen dringen konnten.
In einer phantastischen Spielhandlung, frei ausgeschmückt nach Tatschen und unter Einbeziehung des Wunderglaubens und der Mystik der Bewohner wird der Romanheld, ein Deutscher wieder zurückversetzt in seine Jugend, als er eine Asiatin auf seinem Trip durch den Kontinent kennengelernt hat und erst 1989 zufällig erfährt, dass er mit der Frau eine Tochter hat.
Er will sie sehen und sucht die inzwischen Erwachsene in Burma, das kurz vor der Explosion steht. Schließlich findet er seine Tochter, die seinen Status als Tourist benutzt, um die Revolution landesweit zu organisieren.
Zwischen den Welten und immer am Rande des psychischen und physischen Zusammenbruchs wandelt der Deutsche durch Burma, durch die unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten des Vielvölkerstaats, findet seine große Liebe von damals aber nicht mehr wieder.
Dafür findet er die Liebe zu Myanmar- und diese überträgt sich durch das lesen des Download-Romans Der Jadebuddha von Myanmar auch an die Leser.

Textprobe:

Die Alte stand direkt vor ihm, als er aus dem Taxi stieg und dem Fahrer eine 100-Baht-Note in den Wagen reichte. Da war sie, diese hässliche Narbe auf der Stirn der Frau! Noi hatte ihm einmal erzählt, wie sie dazu gekommen war. Zwei betrunkene GIswollten Skalpieren spielen - eine ekelhafte Geschichte. Zweimal hatten sie mit einem langen Messer angesetzt.
Diese Doppelnarbe kurz unter dem Haaransatz war unverwechselbar.
Wolf stierte sie einen Augenblick ungläubig an. Ihre Blicke trafen sich. Erschrocken versuchte die Frau auszuweichen, aber instinktiv packte Wolf nach ihrem Arm. Die Passanten wurden aufmerksam. Wolf lächelte und die Alte schnarrte den Thais etwas zu, was sie beruhigte.
Diese Stimme weckte Erinnerungen in Wolf. Vor seinem geistigen Auge tauchte der Türspalt auf, durch den Noi geschlüpft kam. Er hörte wieder das Stampfen der Beatmusik, das Grölen der Australier und Amerikaner, sah im Hintergrund das grell geschminkte Gesicht der missmutig blickenden Frau, die jetzt sichtlich gealtert wieder vor ihm stand.
Wolf ließ sie los.
“Hello Miste’!”
Wolf verneigte sich galant und lächelte süßlich dazu: “You remember me?” Die Alte nickte mehrmals heftig mit geschlossenen Augen.
Nach anfänglichem Zieren willigte sie ein, mit ihm an der Ecke in einem Restaurant einen Tee zu trinken.
“You not change, Wolf.” Sie wusste sogar noch seinen Namen.
Charmant antwortete er:
“You looking well good, like twenty years ago, Ma’m.”
Sie kicherte glucksend und gierte nach weiteren Komplimenten, die ihr Wolf bereitwillig gab.
Er wollte etwas von ihr, etwas über Noi hören, reine Neugier eigentlich. Wie es ihr ging, was sie gerade machte, wo sie jetzt war, ...eigentlich alles. Ja, das wollte er jetzt. Er wischte sich die Handflächen an der Hose ab. Es war heiß in Bangkok.
"Ma'm?"
Wusste sie überhaupt etwas von Noi?
Für zehn Dollar wurde sie gesprächiger. Noi sei schon vor langer Zeit zurück nach Rangun gegangen. Enttäuscht fragte Wolf, ob sie das genau wisse. Für so viele Dollars war ihm ihre Antwort etwas zu mager. Als sie sein verärgertes Gesicht bemerkte, stutzte sie.
Es sei damals nicht ihre Idee gewesen, ihn verhaften zu lassen. Der schmierige Hund von Chinese sei es gewesen, für den sie jetzt in einer Bar am Rama IV die Toiletten schrubben müsse, für ein paar Baht, wofür sie sich nicht einmal etwas billiges Gemüse kaufen könne, so wenig sei es, was dieser Halsabschneider ihr für die harte Arbeit jede Nacht bezahle. Er solle einmal vorbei kommen, hübsche Girls. Immer Mittwoch Show und halbe Preise.
Wolf unterbrach ihren Redefluss und beschied ihr unmissverständlich, dass ihn das nicht interessiere, stellte aber – weil die Alte sichtlich einschnappte - einen weiteren Dollarschein in Aussicht, wenn sie etwas mehr über Noi zu erzählen wüsste und bestellte ihr noch einen Tee.
Noch fast zwei Jahre habe Noi in Katon Beach gearbeitet, aber ihre Tochter sei dann krank geworden.
Wolf stutzte. Hatte er richtig verstanden? Welche Tochter?
Die Alte redete weiter, während Wolf wie in einer Zeitlupenszene seine Tasse auf den Unterteller abstellte. War dies doch nicht die hässliche Frau von Phuket? Hatte sie Noi mit einem der anderen Mädchen von damals verwechselt oder ihn mit einem anderen Europäer? Noi hatte doch keine Tochter, damals.
Damals?
Aber wieso? Wolfs Gedanken schienen geradezu von etwas abzuperlen. In seiner Brust wurde es merklich kälter. Er lehnte sich tief enttäuscht in seinem Stuhl zurück und verschränkte schützend die Arme vor sich.
Klar, sie hatte sich bestimmt mit jemand anderem getröstet, als er fort war. Natürlich, wie konnte er nur so vermessen sein, einen Augenblick zu denken, dass diese lebenslustige junge Frau ihm, dem treulosen Deutschen, lange nachtrauern würde? Ein brutaler Schmerz wollte in Wolf auftauchen, den er aber im Ansatz, mit Mühe zwar, aber doch halbwegs erfolgreich niederkämpfen konnte.
Er hörte dem Geschwätz der Alten, wie durch einen Nebel kommend, weiter zu. Dass der chinesische Chef den Arzt bezahlt habe, dass Noi die von ihm geforderten Gegenleistungen für seine Freundlichkeiten verweigert habe, wie ihre kleine Tochter wieder gesund wurde.
Aus Wolf platzte es unvermittelt hinaus: “Which daughter?!”
“Your child!” quiekte die Alte ihn fast empört an.
Durch das dumpfe Dröhnen hinter seinen Schläfen, durch das massive Rauschen in seinen Ohren hindurch vernahm er, dass Noi und ihr Kind - sein Kind - von Schmugglern über die Grenze nach Burma gebracht worden waren, und dass Noi ihr damals, vor jetzt fast zwanzig Jahren aus Rangun einen Brief geschickt habe, in dem gestanden hat, dass es ihr gut gehe und man sich keine Sorgen zu machen brauche. In der amerikanischen Botschaft habe sie einen Job als Küchenmädchen
gefunden, weil sie ein wenig europäisch kochen könne.
“You think...”, stammelte Wolf fassungslos, “Noi and I... a daughter, ...child?”
Die Alte grinste frech, sich ihrer unvermittelten Machtstellung Wolf gegenüber bewusst:
“You’ daughter, sure Mister, yes!”

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