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 |  |  |  |  |  |  |  |  | |  | | | von Karl Iten aus Basel | | | | Travel 2005, Reisen 2005, Kreuzfahrten 2005, Frühbucher 2005, Frühbucherrab att 2005, Frühbucherrab atte 2005, Frühbucherprei se 2005, Bali 2005, Frankreich 2005, Myanmar 2005, Bahamas 2005, Tauchen 2005, Libanon 2005, Tunesien 2005, Mallorca 2005, | | |
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 |  | | „Jordanien
ist ein armes Land“, sagt unser beduinischer Fremdenführer Mohammad Ben Ghandi. |
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 |  | | Nein, Jordanien ist bestimmt nicht arm! Neben seinen Salpetervorkommen, neben Aqaba, dem Seebad am Rotem Meer und seinen Heilbädern am Toten
Meer hat das „Heilige Land“ der Welt einiges mehr zu bieten. Das kleine Land zwischen den Grenzen von Israel/Palästina, Syrien, Irak, und Saudi Arabien birgt Kultur, die bis über die Geschichte der Bibel hinausreicht. Und die Bibel ist es auch, die Mohammad Ben Ghandi, einer von 1.600 ofiziellen Tourist-Guides Jordaniens der kleinen Reisegruppe aus Deutschland wieder in Erinnerung ruft, wenn sie die kulturell wichtigsten Orte Jordaniens im modernen Luxusbus auf der Königsstraße
bereisen. |
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 | Die Zitadelle (Omayadenpalast und Tempel des Herkules) von Amman ist eine von vielen Sehenswürdigkeiten der
jordanischen Hauptstsadt. Unter den 7 dichtbebauten Hügeln des „alten“ Ammans verbergen sich noch unzählige historische Schätze aus mindestens 10.000 Jahren Besiedelung. Was offensichtlich nach 3.000 Jahren noch sichtbar ist wurde mit Hilfe ausländischer Archäologen freigelegt und in seiner annähernd ursprünglichen Pracht den Besuchern aus aller Welt zugänglich gemacht. |
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 |  | | bewegen. Man kann ohne weiteres als Frau aus Europa alleine in den schier |
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 | zahllosen Ladenstraßen bis in die späten Abendstunden bummeln gehen. Einen Shai oder einen mit Kardamom gewürzten Kaffee bekommt man in den
bazarähnlichen Geschäften angeboten und auch, wenn man nichts kauft ist man gerne willkommen und wird beim nächsten Besuch garantiert |
 |  | | wiedererkannt wie ein alter Freund herzlich begrüßt. |
 | Man kann sich ungefähr vorstellen, welche Pracht dieses Philadelphia ausgestrahlt haben muss, bevor zahlreiche Erdbeben die 7 Hügel in Schutt und Asche gelegt haben. Für den Wiederaufbau nutzte man selbstverständlich auch die Steine der zerstörten griechischen und römisch-byzantinischen Gebäude. |
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 | Ihn als Guide zu haben, bedeutet souveränes und absolut sicheres Reisen, Sehenswürdigkeiten zu Gesicht bekommen, die nicht jeder zu sehen bekommt, lebhafte Geschichte und viele Vergleiche zwischen den Religionen der Christen, Juden und Muslimen. „Ben Ghandi“, „Vater von Ghandi“, Mohammads erstgeborener Sohn wurde nach dem friedfertigen, indischen
Freiheitskämpfer genannt. Mohammad ist für den Frieden, er lebt den Gästen Jordaniens die Geschichte des "Buchs" vor und erklärt auf dem Berg Nebo, wo Moses um das „Gelobte Land“ erblickt hat die Gemeinsamkeiten aller großen Religionen. |
 |  | | Die blumige Sprache der Araber hat viele Worte für ein und dasselbe. Für das Kamel, das Nutztier der Wüstenbewohner schlechthin hat man 160 Namen.
Zusätzlich birgt die Unterhaltung im täglichen Leben eine Vielzahl von Satzverbindungen. Einfache Dialoge dehnen sich dabei oft über lange Zeit aus. Man nimmt sich die Zeit! Alleine schon die Begrüßung: „as-salàmu `alaikum“ heißt einfach nur „Guten Tag!“. In der Antwort dreht man den Satz um, und fertig wäre man mit dieser Begegnung... |
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 |  | | jedoch die Höflichkeit gebietet es dem gegenüber je nach Geschlecht, Alter, gesellschaftlicher Stellung, oder gar nach der Absicht, die man hinter der Begrüßung birgt einen besonders guten Tag zu wünschen. Einen
„Guten Tag mit Honig“ z.B., „mit Blumen“, „mit dem Duft der Rose“, „mit der Kraft der Jugend“ oder einen „Guten Tag mit Sonne“. Ist es lange trocken gewesen und trifft man einen Gärtner, der auf Regen wartet, so gebietet es auch schon einmal die Höflichkeit, einen „Guten Tag mit Regen“ zu wünschen. Undenkbar in Deutschland! |
 |  | | Ein Tag ist fast zu wenig, um dieses riesige Areal zu besichtigen, dass es mit Baalbek
und sogar Rom aufnehmen kann. |
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 |  | | Man betritt Jerash durch das Südtor das für römische Verhältnisse ungewöhnlich oval angelegte Forum. Eingefasst ist dieses Areal von einer Reihe ionischer Säulen.Von hier aus führt die gepflasterte Kolonadenstraße
nordwärts. Zwischen den Säulen hatten die Händler ihre Stände. |
|  | Am Nymphäum, einem öffentlicher Brunnen,
sind noch ursprüngliche Bemahlungen aus der byzantinisch-römischen Zeit erhalten. Im Südtheater gibt es im Juli wegen der großartigen Akkustik Konzerte und Theateraufführungen mit internationalen Künstlern. |
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 | subtropisch grün. Große Wasserflächen und Sümpfe versalzten und versandeten im Laufe der letzten paar Jahrtausende. Die
Entwicklung hat sich in den letzten Jahrhunderten rapide beschleunigt. Kaum zu glauben, dass hier noch zur Zeit der römischen Herrschaft Straußen, Wiedehopfe, Wildesel und Antilopen gejagd wurden und man in den ausgedehnten Gewässern Fische fangen konnte und Schnecken sammeln. Heute sind die wenigen verbliebenen Feuchtgebiete Station für Zugvögel aus dem winterlichen Europa und ein ausgewiesenes Naturreserva. |
 |  | | Der Jordanische Dinar ist ungefähr 1 Dollar wert. Eine Taxifahrt mit den gelben Taxis innerhalb von Amman kostet zwischen einem halben und anderthalb Dinar. Alle Araber erwarten ein Trinkgeld.
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 | Wer hat, der gibt. Wer viel Geld hat, der gibt viel. So steht es im Heiligen Koran! Touristen haben sehr viel Geld bezahlt, um von Europa, Japan oder von den USA aus nach Jordanien zu
reisen. Also haben sie nach landläufiger Meinung der Jordanier viel Geld. Einfache Bilder, einfache Schlussfolgerungen |
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 | Stein) im Nahen Osten wohl
die bedeutendste Städte. Wo jedoch das Material der ägyptischen Tempel und Pyramiden mühsam herangeschaft und aufgebaut wurde, haben die Baumeister der Nabatäer Petra aus den rötlichen Kalksandsteinfelsen herausgearbeitet – ähnlich, wie die Sphinx von Gizeh. Kaum zu glauben, dass die Säulen und Verzierungen in Petra aus |
 | den natürlichen Fassaden des Fels herausgemeisselt wurden. Erdbeben, Sandstürme und Schlammlawienen haben die Fassaden der meisten Gebäude zerstört und abgeschliffen und dabei die farbigen Schichten des Urgesteins wie Kunstwerke offenbart. |
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|  |  | | Das Tal wurde 1812 vom als Orientale verkleideten Gelehrten Johann Burckardt für die Weltöffentlichkeit wiederentdeckt. Was noch alles unter den Hügeln im Tal von Petra zu finden ist, wird sich im Laufe der Zeit zeigen.Die Nabatäer, ehemals Nomaden, die auf |
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 |  | | der arabischen Halbinsel zwischen dem Königreich Saba (Jemen) und Gaza Handelswege unterhielten bauten Petra als uneinnehmbares Versteck und Zwischenstation auf ihren
Handelsrouten. 22 km nordwestlich von Al Ola in Saudi Arabien ist eine weitere Nabatäerstadt, „Madain Saleh. Sie ist jedoch nicht so versteckt gelegen und weniger bedeutungsvoll, als Petra. |
|  | Petra war aber auch gleichzeitig Kreuzungspunkt
der Handelswege von Asien nach Nordafrika. Die Nabatäer erhoben Schutzzölle und Beherbergungsmieten, und sie lebten von den Wasservorkommen in ihrem Bergreich, Wasser, die die Kamelkarawanen nach Tagen der Entbehrung benötigen. |
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 |  | | Geschickt angelegte Wasserleitungen, gegen Verdunstung aus in Fels gehauenen Nischen, verlegte Terrakottarohrleitungen, rund 200 Zisternen, einem Überflutungsschutztunnel und Schutzdämme versorgten sie mit dem notwendigen Nass. Weil Petra selbst an der tiefsten Stelle des Tals lag, konnten die Nabatäer ein einheitliches Gefälle einhalten, was
den optimalen Durchfluss gewährleistete. Reste der Wasserleitungen kann man im 2,2 km langen Siq, mit seinen 100 m hohen, in Jahrtausenden von den Fluten der Hochwasser ausgehöhlten Wänden und im ganmzen Tal besichtigen. Auch die ehemalige Pflasterung der Schlucht ist an manchen Stellen freigelegt. |
|  |  | | Es ist der unvermittelte Eindruck, ein Wunder zu sehen, wenn man die 2,2 Kilometer des Sip, des engen, schattigen Tals mit seinen steilen, nach Oben hin zusammengehenden hundert
Meter hohen Wänden durchschritten hat. Wie die Mitglieder der unzähligen Karawanen dieses erlebt haben müssen, das erschließt sich bei dem Anblick der leuchtenden Pracht. Al-Khazneh Farun, Schatzhaus des Pharao, diesen Namen haben die Beduinen der Fassade gegeben, in der Vermutung, dass dieses uralte Gebäude, mitten in der Wüste einen geheimnisvollen Schatz bergen müsse, so gewaltig es dort stehe. Warum “Pharao”, das weiß man nicht genau. Es gibt zwar auch Reste von Gebäuden in Petra, die
tatsächlich Altägyptisch sind, |
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 |  | | aber das Schatzhaus ist definitiv im 1. Jahrhundert nach Christi Geburt errichtet worden.
Bereits vor seiner Fertigung haben die Nabatäer mit der Technik, “von Oben nach Unten” |
|  | Gräberfassaden erstellt. Einige sind mit ihrer Ornamentik, zwei aufeinander zulaufende Treppen sehr eindeutig. Aber das Schatzhaus
weist offensichtlich hellenistische Einflüsse auf. Vermutlich haben gegenüber auf dem Berg die Baumeister mit ihren Plänen und Bauzeichnungen gesessen und haben das Heer von Steinmetzen dirigiert, die, wie ein Computerplotter, von Oben nach Unten, Zeile für Zeile, auf den immer wieder neu entstehenden horizontalen Arbeitsplattformen die Reliefs aus dem Stein gehauen haben. Auf statische Probleme mussten sie bei dieser Bauweise keine großen Rücksichten nehmen, weil der Berg ansich
abstützt.
Trotzdem ist der querlaufende, mächtige Sturz mit seinem Giebel über dem Eingang ins Innere sowohl optischer Halt, als auch der Halt für die Fassade. |
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 |  | | Der Weg: Obeliskengrab, dann Siq, dann Al Khazneh = Schatzhaus dann Theater, dann links die Fassaden Urnengrab, Seidengrab, Korinthisches Grab, Palastgrab in einer Reihe, zum Teil haben die unbarmherzigen Sandstürme über die
Jahrhunderte die Fassaden abgeschliffen, dafür aber die Farben der Sandsteinschichten freigelegt.
hier im breiten Tal waren auch Ansiedlungen, die wenigen Häuser und die zahllosen Nomadenzelte. Der Boden ist bedeckt von kleinen Scherben nabatäischer Keramik dann etwas weiter Grab des Sextius Florentinus, Durch das Wadi Musa geht es in westliche Richtung zum Qasr al-Bint, zum Tempel der
geflügelten Löwen, zur byzantinischen Kirche mit seinen Mosaiken und seinem Taufbecken und zur Kreuzritterburg. 840 Stufen geht man hoch bis zum Ed-Deir (Kloster) auf halbem Weg sieht man das Löwentriklinium. |
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|  |  | | Die in den Fels geschlagenen Vertiefungen links und rechts der Fassade dienten wohl späteren islamischen Kulturen als Steighilfen, um die figürlichen Darstellungen wegzuschlagen. Im Islam sind keine Darstellungen von Personen erlaubt, zumal es sich wohl auch noch um Darstellungen von Göttern der Nabatäer, Griechen und auch der Römer gehandelt haben musste, die für Moslems Götzen der Ungläubigen gewesen
sind. Macht man sich die Mühe, auf den Berg oberhalb der Schatzhausfassade zu steigen, dann kann man die Treppensysteme noch sehen, mit denen die Arbeiter zu ihren Plätzen gelangt sind. Vor dem Eingang ins Innere des Schatzhauses befinden sich 6 Säulen, wovon nur die beiden Inneren freistehend sind. Man weiß, dass sie ebenfalls keine tragende Funktion für die Fassade haben, weil die linke |
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 |  | | der Beiden im vorigen Jahrhundert erst wieder errichtet worden ist.Weil das Schatzhaus an einer Stelle steht, wo die Erosion durch sandhaltigen Wüstensturm nicht so gravierend war,
steht es noch, im Gegensatz zu zahlreichen anderen Fassaden des Tals. Petra muss vor 2000 Jahren einen betörenden Anblick vermittelt haben. Eine wasserreiche, grüne Oase, belebt, mit den Karawanen, die aus Persien kommend, aus der arabischen Halbinsel, aus Alexandria aus Syrien, Knotenpunkt des damaligen Welthandels gewesen ist. |
 | Durch das Wadi führt noch die Eisenbahnlinie, Ziel der Anschläge und Überfälle, die die Arabischen Freiheitskämpfer zusammen mit dem Briten Thomas Edward Lewrence
verübt hatten, um sich vom Joch der jahrhundertelangen Besetzung durch die Osmanen zu befreien. Wir erinnern uns, dass "Lawrence von Arabien“ daran zerbrach, dass er nur von den Briten ausgenutzt worden war, um eine Kolonialherrschaft durch eine andere zu ersetzen. |
|  | Das Wadi Rum bildet die Kulisse für den Behauptungswillen der jordanischen Beduinen gegen eine unwirtliche Landschaft. Ihr Familien- und ihre Stammeszusammenhalt und darüber hinaus ihr fester muslemischer Glaube sind Garant, sich gegen Felsen, Sand, Trockenheit, Hitze und Kälte zu
behaupten. Im Wadi Rum spürt |
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 | selbst der Tourist, was es heißt, hier zu leben und dieses Land zu lieben. |
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 |  | | Das Wichtigste für den Beduinen ist die Familie. Danach kommt die Stammeszugehörigkeit. Oberhaupt der Familie ist der Mann. Oberhaupt des Stammes ist der Stammesfürst, der Scheich. Dieser spricht Recht. Danach ist es jedem unbenommen, Gerichte anzurufen. Jedoch ist das Wort des Scheichs immer noch geprägt
von der Weisheit der Wüste und den strengen Moralvorstellungen einer muslemischen Gesellschaft. Die Wüste, verbunden mit den geschriebenen Worten des Heiligen Buchs hat eigene Gesetze. Zum Beispiel die Gesetze der Ehre. Davon handelt diese Geschichte.
Ali, dritter Sohn Ibrahims begehrt seit langem Fatmah, fünfte Tochter von Mohammat. Beide sind lange noch nicht dran, zu heiraten. Erst muss Ibrahim die Brautkosten für seine beiden Ältesten
zusammenbekommen. Und erst müssen Fatmahs ältere Schwestern gut und teuer verheiratet werden. So bleibt Ali nur das Träumen. Und er träumt. Eines Tages ist er so aufgewühlt von seinem nächtlichen Träumen, dass er am abendlichen Feuer sitzend davon den anderen jungen Männern erzählt. Er beschreibt fantasievoll Fatmah, von ihren duftenden Haaren angefangen bis zu ihren weißen Schenkeln und weichen Fußsohlen. Er lässt keine Einzelheit aus. Man hängt fasziniert an seinen Lippen. In der
Wüste wird viel und gerne fabuliert. Und man hört gerne Geschichten. Fatmahs ältester Bruder sitzt mit am Feuer und er erzählt am nächsten Tag von Alis Fantasterei. Muhammat fällt vor Entsetzen fast vom Kamel. Er reißt sich vor Wut seine Keffiyeh vom Kopf, wirft sie in den Wüstensand und jammert um seine Ehre.
Der Scheich lässt vortreten. Muhammat ballt die Hände zu Fäusten und erzählt von der großen Schmach, die über ihn gekommen ist. „Dieser Ali, dieser verbrecherische Sohn des
Ibrahim hat selbst erzählt, wie er meine Blume, meinen kleinen Sonnenstrahl Fatmah verführt hat und ihr die Ehre genommen hat. Ich habe das Wertvollste verloren, was man nach seinen Söhnen haben kann. Ich bin entehrt und lächerlich gemacht. Ich verlange Bestrafung, Genugtuung, erhabener Scheich.“ Der Scheich lässt Zeugen vortreten. Den ältesten Sohn Muhammads. „Hat Ali ibn Ibrahim erzählt, wie er mit Fatmah Unzucht gehabt hat?“
„Ja, erhabener Scheich. Ich habe es mit meinen eigenen Ohren gehört.“ Der Scheich lässt noch weitere Zeugen aus der Runde kommen und stellt ihnen die Frage. Sie müssen sie alle mit Ja beantworten, weil es schließlich so gewesen war und nicht anders.
Ali ibn Ibrahim soll kommen. Der Scheich stellt ihm auch die Frage, ob er am Feuer erzählt habe, wie er mit Fatmah, Muhammads Tochter Unzucht außer der Ehe hatte und ohne die Gesetze des Stammes über die Eheanbahnung befolgt zu haben,
ohne den Brautpreis je bezahlt zu haben und ohne Ehegelübte vor dem Scheich und vor Allah dem Allmächtigen.
Schließlich wird Alis Vater zu der Versammlung gerufen und der Scheich verkündet das Urteil. Ibrahim ben Ali soll 100 Kamele für Muhammad bringen um die Schande zu tilgen, die sein Sohn Ali verursacht hat.
Muhammad nickt eifrig. Er ist mit dem Urteilsspruch sehr einverstanden. Ibrahim neigt den Kopf, zieht seinen Sohn Ali an den Ohren aus dem Zelt des Scheichs und
macht sich davon, 100 Kamele zusammen zu bekommen. Er dünnt seine Herde aus, leiht sich viele Tiere, so dass er ein armer Mann sein wird. Am Morgen sind die Kamele am Zelt des Scheichs zusammengetrieben, eine große Herde. Muhammad kann es kaum erwarten. Er will nach dem Zaumzeug des Leitbullen greifen, als ihn der Scheich zurück ruft: „Halt! Nur die Schatten der Tiere sind dein, sonst nichts!“ |
 |  | | Biblische Wurzeln offenbaren sich am 400 Meter unter dem Meeresspiegel gelegenen Toten Meer. Auch im Koran sind die Städte Sodom und Gomorrha erwähnt, die um 2300 v. Chr. von Gott zerstört wurden. . |
 |  | | Am Ufer des Toten Meers liegen Bad adh Dhraa an der Straße nach Karak und rund 15 km weiter der Ort Numeira; es
können laut Ausgrabungen die beiden Städte gewesen sein. In Dayr Ain Abata, in der Nähe von Safi, sind eine Kirche und eine Höhle entdeckt worden, die womöglich Lot und seinen Töchtern als Schutz gedient haben. |
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 |  | | König Herodes hatte hier am Toten Meer sein ganz persönliches Bad eingerichtet, Callhiroe. Ausgrabungen sind in der Nähe des Dead Sea Spa Hotels zu besichtigen |
 | Man isst ausgiebig in Jordanien. Die Küche ist vergleichbar mit der Libanesischen Küche. Also ausgezeichnet! Wer über die Meze „massa“ hinauskommen will, der muss schon sehr viel essen können. Die meisten Touristen, so sie sich auf diese Küche einlassen, kommen nicht über Meze hinaus. Eine Schüssel Homus „houmus“, Kichererbsenmus mit Sesamöl und Zitrone und ein gerade frisch gebackenes Fladenbrot „raigìf“, ein paar Oliven, ein Glas süßer Tee „schài“ und hinterher
verschiedene Gebäcke „baqlawa“ und man ist satt und benötigt für den Rest des Tages, für die vielen Kilometer Besichtigungstour nur noch eine große Flasche Wasser „mà ma‘ danì“. Alkohol wird zu hohen Preisen nur in Restaurants der internationalen Hotels ausgeschenkt. |
 | In Lizens wird Amstel Beer gebraut, was man in Amman und Aqaba kaufen kann. Wein wird importiert und bekommt für die Touristen ein Etikett aus Jordanien und dem Zusatz „Wine Of The Holy Land“. Ein beliebtes Mitbringsel ! |
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 | Ansonsten ist es Muslimen verboten, sich zu berauschen. Alkohol nimmt man allerdings als „Medizin“. Arak ist dabei bevorzugtes Getränk. |
 |  | | Geschichtliches:
13 Jhd. v. Chr. Die Israeliten erreichen unter der Führung von Moses aus Ägypten kommend das Gelobte Land (Palästina)
12. Jhd. –9. Jhd. v.Chr. Aus Kleinasien kommend erreichen die Philister Palästina und gründen die Königreiche Edom, Moab und Ammon in einer Linie zwischen dem heutigen Akaba (Aqaba) und Amman (Ammon). Israeliten und Moabiten bekriegen sich.
960 v. Chr. Erster Tempel in Jerusalem von König Salomon erbaut. Spaltung des Reichs nach seinem Ableben.
745 v. Chr. Die Assyrer (Syrien) erobern das Nordreich.
587 v. Chr. Die Babylonier besiegen die Assyrer und zerstören Jerusalem.
4. v. Chr. Die Nabatäer gründen Petra.
331 Jhd. v. Chr. Alexander der Große, geboren Juli 356 v. Chr. in Pella (Jordantal), gestorben 10. Juli 323 v. Chr. in Babylon, beigesetzt in Alexandria (Ägypten) besiegt die Perser und gründet das Diadochenreich. Die helenistische Kultur wird Grundlage der Baukunst.
63 v. Jhd. Chr. Pompejus bildet den römischen Städtebund der selbstverwalteten Dekapolis.
9 - 40 Jhd. n. Chr. Unter dem nabatäischen König Aretas IV gelangt das Nabatäerreich zu großem Reichtum. Griechische und römische Baumeister gestalten die Schlucht von Petra.
106 Kaiser Trojan besiegt die Nabatäer, und römische Bauwerke setzen auf die ursprüngliche Baukunst Petras auf.
111-114 Die Via Nova entsteht unter dem römischen Kaiser Trajan. Die Städte Gerasa
(Jerash) und Philadelphia (Amman) gelangen zur ihrer Blütezeit.
395 Das römische Reich zerfällt und teilt sich auf. Die Byzantiner beherrschen den Nahen Osten.
396 – 632 Die wichtigen Handelsrouten zwischen Europa und Asien führen durch das byzantinische Reich. Christliche Kirchen entstehen, wie z.B. in Madaba.
632 – 750 Die Byzantiner werden in der Schlacht am Yarmuk von den islamischen Truppen geschlagen. Das Omaijadenreich unter dem Kalifen von Damaskus dehnt
sich über Palästina aus.
1071 Die türkischen Seldschuken erobern Palästina.
1099 Im ersten von 3 Kreuzzügen erobern Kreuzritter Jerusalem zurück und richten ein furchbares Blutbad an. Die Burgen von Kerak und Shaubak werden errichtet. 1187 - 1291 Niederlage der Christen am See Genezareth und Abzug aus dem Heiligen Land.
1517 – 1918 400 Jahre halten nach der Eroberung die osmanischen Türken das Land besetzt und beuten es rücksichtslos aus.
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